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07.03.09 - Deutscher Ballettwettbewerb 2009


Für alle, die nicht dabei sein konnten ...

oder es nochmal etwas genauer wissen wollen:

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Juwelendiebe in Waltersweier
TSC Offenburg richtete Regionalentscheid für Deutschen Ballettwettbewerb aus

Auf leisen Sohlen und zur Musik des rosaroten Panthers schleichen sie um die Ecke. Vorsichtig, Schritt für Schritt pirschen sie sich an die Beute heran. Doch dann splittert Glas. Sirenengeheul dröhnt aus den Lautsprechern. Angsterfüllte Augen blicken verschreckt aus den maskierten und kriegsbemalten Gesichtern. Doch anstatt die Beine in die Hand zu nehmen und zu flüchten, springen die gescheiterten Juwelendiebe auf und tanzen. Zu massiven Hip Hop-Klängen und House-Beats fliegen plötzlich Arme, Beine und Haare. Alle 14 Tänzer werfen sich in die Brust und auf den Boden. Die Stimmung des Publikums wechselt von gebannt zu begeistert. Der Showdown jedoch löst Entsetzen aus. Tanzte die Gruppe gerade noch im schönsten Einklang miteinander, zieht plötzlich einer der Räuber eine Pistole. Kaltblütig erschießt er seine Mitstreiter und haut mit der Beute ab, bevor die Polizei den Tatort erreicht. Selten wurde ein Verräter so euphorisch beklatscht.
Mit dieser Darbietung gewann die Hip Hop-Gruppe der Tanzschule „Fa Si La Danser“ aus Mulhouse in Frankreich die offene Klasse der Kategorie „Jazz und Hip Hop“ des Regionalentscheids in Offenburg für den Deutschen Ballettwettbewerb 2009. In der Freihofhalle Waltersweier richtete der Tanzsportclub Schwarz-Weiß Offenburg (TSC) am Samstag einen der fünf Regionalwettbewerbe dafür aus. Wer an diesem Tag mindestens 75 von möglichen 100 Punkten erreichte, hat sich automatisch für den Videoentscheid der Regionalwettbewerbe qualifiziert. Bei allen fünf Regionalwettstreits werden die Darbietungen der Tänzer gefilmt und ein Gremium des Ballettförderkreises München entscheidet dann, anhand der Videoaufnahmen, wer nach München fahren darf. Der vom Ballettförderkreis München e.V. ausgerichtete Deutsche Ballettwettbewerb (02. - 05.04 / Fürstenfeldbruck bei München) ist der offizielle Qualifikationswettbewerb für deutsche Tanzschüler zur Teilnahme am Dance World Cup. Dieser wiederum findet vom 23. - 27.06. auf der britischen Insel Jersey statt. Alle französischen Tänzer mussten, um direkt zum Dance World Cup fahren zu dürfen, neben den mindestens 75 Punkten, auch einen der ersten drei Plätze in ihrer Kategorie erringen.
Auch zwei Gruppen des TSC Offenburg kämpften um eine Teilnahme in der Bayrischen Landeshauptstadt. In der offenen Klasse „Jazz und Hip Hop“ startete die acht Tänzer starke Gruppe „Black Blizzard“. Saßen die jungen Tänzerinnen zu Beginn der Einlage erst gelangweilt auf Stühlen herum, sprangen sie unerwartet auf und fegten synchron über die Bühne. In breitbeiniger Matcho-Pose traten dann die Tänzer mit aufs Podest und gemeinsam brachte der schwarze Blitz die rund 400 Zuschauer zum Johlen. Doch gegen die starke Konkurrenz aus Frankreich hatten die Offenburger keine Chance. Mit 77,2 Punkten reichte es nur für Platz vier. Umso fanatischer war der gemeinsame Jubel über den ersten Platz der „Jump Flavours“ in der Kategorie „Jazz und Hip Hop“ der Junioren (bis 17 Jahren). Die zwölf Hip Hopper forderte bei ihrem Auftritt mit sehr bestimmter Gestik und „May I have your attention please„ aus Eminems „The real Slim Shady“ die Aufmerksamkeit des Publikums und diese war ihnen Gewiss. Ein hochgezogenes Hosenbein reichte offensichtlich aus, um die harte Konkurrenz auszustechen, die mit Dschungelfieber, Schulmädchencharme und rassigen Tango-Einlagen zu punkten versuchte. Doch schließlich entschied das tänzerische Können der Teilnehmer und nicht die Aufwendigkeit der Kostüme. Trotz des ersten Platzes schrammten die Offenburger mit 74 Punkten knapp am Videoentscheid für München vorbei.
Bewertet wurden die Tanzschüler bei diesem Wettbewerb in den Kriterien Technik, Präzision, Musikalität, Choreographie und Ausdruck. Doch gerade bei den ganz kleinen Teilnehmern sorgte vor allem auch die Optik für Entzückung in den Zuschauerreihen. Da schwebten junge Birken über die Bühne, die Post brachte Pakete mit Überraschungen drin, kleine Vöglein machten Hoffnung auf den Frühling und Indianer tanzten ums imaginäre Feuer. Die Klasse Mini Duett/Trio Tanz nach freier Wahl (bis 9 Jahre) gewann das „Musikkästchen“ der Ballettschule Rybalov aus Freiburg mit 81,6 Punkten. Das Solo der Mini-Klasse entschied Elisabeth Trieber, ebenfalls aus der Ballettschule Rybalov mit 89,2 Punkten für sich. Bei den Gruppen der Minis tanzte sich das „Mini Minuetto“ der Tanzschule „Step In“ aus Altenkirchen auf den ersten Platz und erreichte 79,8 Punkte. Die Kategorie Nationaltanz für Kinder-Gruppen (bis 13 Jahre) gewann die Ballettschule Eva Holzschuh aus Mosbach mit einem schottischen Tanz und 73 Punkten. Den Nationaltanz Junioren Solo (bis 15 Jahre) entschied Sonja Jahnke vom „Star Ballet“ aus Mainz mit 89,4 Punkten für sich. Und bei den Junioren-Gruppen schafften es ebenfalls die Tänzerinnen der Ballettschule Eva Holzschuh mit 77,4 Punkten an die Spitze.
Die Kategorie Ballett für Kinder-Gruppen gewannen die Schneeflocken vom „Star Ballet“ Mainz mit 68,6 Punkten. In der Kategorie klassisches Ballet Kinder Solo tanzte sich Katja Manelis aus dem Ballettförderzentrum Nürnberg mit 88,5 Punkten an die Spitze. Das Junioren Solo gewann Janika Hinrichs vom Ballettstudio Armin Krain aus Freiburg mit 83,9 Punkten. Bei den Junioren Gruppen schaffte es die Tanzschule „Step In“ aus Altenkirchen mit 87,4 Punkten auf Platz eins. In der Klasse Junioren männlich gab es zwar nur einen einzigen Teilnehmer. Ernst Gerhard von der Ballettschule Rybalov aus Freiburg tanzte sich dafür vor allem in die Herzen der weiblichen Zuschauer und errang 77,8 Punkte. Die offene Klasse Gruppe entschied ebenfalls die Tanzschule „Step In“ für sich.
In der Kategorie Modern Dance Kinder Solo glänzte Noemi Popp vom „DanceCenter No. 1“ aus Augsburg mit 87,6 Punkten. Das Junioren Solo entschied Franziska Frey vom Ballettstudio Armin Krain mit 82,5 Punkten für sich. War das Publikum zuvor von den elfenhaften Darbietungen der Ballett-Tänzerinnen verzückt worden, kam es bei den flotten Klängen der „Golden Twenties“ wieder richtig in Schwung. Mit diesem Titel und 87,4 Punkten gewann Alexandra Verhoeven und Eva Bredler der Tanzschule „Step In“ souverän das Kinder Duett. Die Tänzerinnen des Ballettstudios Armin Krain gewannen die offene Klasse Duett/Trio mit 86,4 Punkten. Die offene Klasse Solo entschied Julia Türpe der Tanzschule „Step In“ mit 91,6 Punkten für sich. Sie überzeugte die Jury mit auffallend starker Mimik, Technik und Ausdruckskraft. Zu den Klängen des aktuellen Bond-Songs „Another Way to die“ von Alicia Keys und Jack White stellte sie alle Aktion-Szenen von Daniel Craig in den Schatten. Ihre Kolleginnen aus der gleichen Tanzschule entschieden ebenfalls die Kategorie offene Klasse Gruppe mit 83,4 Punkten für sich. In langen violetten Kleidern schwebten die Mädchen gespenstisch und hexenhaft über die Bühne und verzauberten so das Publikum.
„Dafür, dass es ein Pilotprojekt war, sind wir sehr zufrieden“, sagte Armin Bohnert, 1. Vorsitzender des TSC Offenburg, am Ende des langes Tanz-Tages. Er brennt darauf, die Veranstaltung im nächsten Jahr wieder nach Offenburg holen zu können. Bleibt zu hoffen, dass dann nicht wieder „Diebe“ aus Frankreich um die Ecke schleichen und den Offenburgern den Pokal vor der Nase klauen.